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Pädagogin und Pädagoge - Sozialpädagogin und Sozialpädagoge

Letzte Aktualisierung: 16.06.2025

Tätigkeit / Aufgaben

Pädagoginnen und Pädagogen bzw. Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler befassen sich mit der Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung. Sie erforschen Bildungs- und Erziehungszusammenhänge, wie z. B. die Entwicklung der Persönlichkeit aufgrund ihrer Interaktion mit der Umwelt. Außerdem entwickeln sie pädagogische Modelle und machen Vorschläge, wie Bildungs- und Erziehungspraxis gestaltet und verbessert werden kann.
Sie planen, koordinieren, begleiten und bewerten Erziehungs- und Bildungsmaßnahmen für Einzelpersonen, Paare, Familien, Gruppen, soziale Gemeinschaften und die Gesellschaft im Allgemeinen, sei es im Bereich der Prävention als auch der unmittelbaren pädagogischen Intervention.

Die beruflichen Möglichkeiten und Spezialisierungen sind unterschiedlich und die konkreten Tätigkeiten hängen vom jeweiligen Beschäftigungsfeld ab.
So arbeiten Pädagoginnen und Pädagogen beispielsweise in der Weiter- und Erwachsenenbildung, wo sie Aus- und Fortbildungskonzepte planen und umsetzen. Beraterisch tätig sind sie z. B. in der Schul- und Integrationsberatung, Erziehungsberatung oder Ausbildungs- und Berufsberatung. Weitere berufliche Möglichkeiten sind Lehre und Forschung sowie vereinzelt Unterricht an Schulen, Medienpädagogik und Kulturarbeit. Zudem finden sie auch im Bereich der Sozialarbeit Anstellung.

Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen helfen, unterstützen, motivieren und beraten Menschen jeden Alters in ihrer Lebensbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung. Sie erarbeiten Projekte für benachteiligte Menschen oder Personen aus Randgruppen der Gesellschaft, fördern ihre individuelle Entwicklung und ihre Integration bzw. Reintegration in die Gesellschaft. Dabei arbeiten sie mit häufig mit psychologischen, sozialen oder Bildungseinrichtungen zusammen. 

In Schüler- und Lehrlingsheimen erziehen sie Jugendliche, unterstützen sie bei den Hausaufgaben, besprechen mit ihnen Probleme und Schwierigkeiten, bieten Freizeitaktivitäten an und halten Kontakt mit Schule und Elternhaus.
In Jugendzentren organisieren sie Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten und beraten Jugendliche in verschiedenen Lebensbereichen zu Themen, die sie beschäftigen (z.B. Sexualität, Drogen).
In therapeutischen Wohnheimen unterstützen sie u. a. Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen bei der Alltagsbewältigung.
In Sozialdiensten begleiten und beraten Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen Menschen in schwierigen Situationen (z.B. in Frauenhäusern, Erziehungsdiensten, Einrichtungen zur Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen). Hier arbeiten sie vielfach mit anderen Fachkräften zusammen.
Als Schulsozialpädagoginnen und Schulsozialpädagogen sind sie an Schulen tätig, beispielsweise in der Ausarbeitung von Projekten bei Schulverweigerung oder in der Beratung von Jugendlichen bei Mobbing, Gewalt u. ä.

In der Praxis werden diese zwei Berufe meist nicht strikt getrennt. Pädagoginnen und Pädagogen können alle Tätigkeiten im Bereich der Sozialpädagogik ausüben.

Berufsanforderungen

Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, psychische Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein

Ausbildung

Hochschule/Universität

Italien

  • Laurea (3 Jahre) der Studienrichtung "Scienze dell'educazione e della formazione",
    darauf aufbauend:
  • Laurea magistrale (2 Jahre) im entsprechenden Bereich;
    Informationen zu den Studiengängen

in Südtirol (nur für Sozialpädagogik)

  • Bachelor (3 Jahre) in Sozialpädagogik an der Freien Universität Bozen mit Sitz in Brixen.

Österreich

  • Bachelor (3 Jahre) und Master (2 Jahre) im Bereich Erziehungswissenschaft;
    Informationen zu den Studiengängen

    Anerkennung: Für einen im Ausland erworbenen Studientitel muss in Italien um die Anerkennung angesucht werden, um z. B. eine Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst oder eine Eintragung in die Berufskammer zu ermöglichen. Infos dazu bei der Studieninformation Südtirol.

Berufsausübung, Arbeitsmöglichkeiten

Eintragung in Berufskammer, -verband oder -kollegium


Öffentliche Verwaltung

Sozialdienste der Bezirksgemeinschaften (z. B. therapeutische Wohngemeinschaften, psychiatrische Wohnheime), Schulen, Universität, Landesverwaltung (je nach Studienabschluss, z. B. als Sozialpädagogin/Sozialpädagoge oder Psychopädagogin/Psychopädagoge)

Nur für Pädagoginnen und Pädagogen – Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler: Unterrichtstätigkeit

Nur in Südtirol: Mit den unter Ausbildung genannten Studienabschlüssen ist eine Tätigkeit im Kindergarten möglich, als Kindergärtnerin oder Kindergärtner bzw. Pädagogische Mitarbeiterin oder Pädagogischer Mitarbeiter

Für eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung (ausgenommen Unterricht) braucht es einen Zwei- oder Dreisprachigkeitsnachweis C1 oder entsprechende Diplome oder Zertifikate. Die Voraussetzung für eine unbefristete Aufnahme ist das Bestehen eines öffentlichen Wettbewerbes.

Privatwirtschaft

Private Erziehungs- und Bildungseinrichtungen und soziale Einrichtungen (z. B. Jugendzentren, psychosoziale Wohngemeinschaften, sozialpädagogische Vereine, Verbände und Sozialgenossenschaften)

Verwandte Berufe

Kontaktadressen / Weitere Informationen

Associazione Nazionale dei Pedagogisti Italiani/delle Pedagogiste Italiane (ANPE)

Associazione Pedagogisti Educatori Italiani/Pedagogiste Educatrici Italiane (APEI)

Weitere Berufsbeschreibungen findet man unter:

Atlante del lavoro Italia
Schweizer Verband für Berufsberatung
Arbeitsmarktservice Berufslexikon Österreich
Bundesagentur für Arbeit Deutschland