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Elektroingenieurin / Elektroingenieur

Letzte Aktualisierung: 05.06.2025

Tätigkeit / Aufgaben

Elektroingenieurinnen und Elektroingenieure sind Fachleute in den Bereichen der Elektrizität, der Mechatronik und des Elektromagnetismus. Sie beschäftigen sich mit der Gewinnung, Verteilung, Umwandlung und Verwertung von elektrischer Energie und der Entwicklung und Realisierung von Elektroanlagen, elektronischen Geräten, Steuerungen und Systemen unterschiedlicher Art und Größe. Sie planen Motoren, Transformatoren, Generatoren, Haushaltsgeräte, Beleuchtungssysteme, Elektroanlagen für Wohnhäuser und Industriebetriebe, Computer und Telekommunikationsanlagen, schlichtweg alles, was mit elektrischer Energie funktioniert. Dafür entwickeln sie die entsprechenden Prototypen und testen diese mithilfe von Laboranalysen und Simulationen am Computer. Zu ihren Aufgaben zählen auch das Erarbeiten von Machbarkeitsstudien, das Kalkulieren der benötigten Zeiträume und Kosten und das Erstellen der notwendigen technischen Dokumente und Protokolle. Oft sind sie auch verantwortlich für die Organisation der Instandhaltung von Elektroanlagen und Geräten.

Elektroingenieurinnen und Elektroingenieure befassen sich zudem mit der Erforschung und Entwicklung von neuen Technologien im Energiebereich und mit deren Anwendung im Telekommunikationswesen, in Industrieanlagen, im Transportwesen, u.v.a.m. Häufig arbeiten sie dabei im Team mit Fachkräften aus anderen naturwissenschaftlich – technischen Sparten (z.B. Informatik, Elektronik, Maschinenbau, Chemie). Aufgrund ihrer hohen technischen Kompetenz werden sie für verantwortungsvolle Aufgaben, wie etwa die Überwachung der Funktionsfähigkeit von Stromkraftwerken und alternativen Einrichtungen der Stromgewinnung herangezogen.

Eine Möglichkeit der Spezialisierung für Elektroingenieurinnen und Elektroingenieure liegt im Bereich der Erneuerbaren Energien. Ob ein Windpark gebaut werden soll, der Standort einer neuen Biogasanlage festgelegt werden muss oder die optimale Nutzung von Sonnenkollektoren überprüft werden soll – all das erfolgt durch Fachleute, die wirtschaftlich und technisch umsetzbare Lösungen finden und verwirklichen. Ein weiterer Arbeitsbereich ist die Entwicklung von innovativen Antriebskonzepten für Fahrzeuge.

Das Tätigkeitsfeld und die Kompetenzen dieses Berufes sind nach gesetzlichen Bestimmungen geregelt. Informationen dazu erteilt die Ingenieurkammer.

Elektrotechnikerinnen und Elektrotechniker (perite elettrotecniche e periti  elettrotecnici) können spezifische Aufgaben im Bereich der Elektrotechnik und Automation übernehmen. Die Kompetenzen und Tätigkeiten dieses Berufes sind gesetzlich geregelt. Informationen dazu vergibt die Berufskammer der periti industriali.

Berufsanforderungen

Mathematisch-technische Begabung, logisch-analytisches Denken, Team- und Organisationsfähigkeiten

Ausbildung

Hochschule/Universität

Italien:

Elektroingenieurin - Elektroingenieur:

  • Laurea (3 Jahre) der Studienrichtung Ingegneria industriale
    darauf aufbauend:
  • Laurea magistrale (2 Jahre) im entsprechenden Bereich
    Informationen zu den Studiengängen
  • in Südtirol: Bachelor (3 Jahre) in Elektro- und Informationstechnik oder Industrie- und Maschineningenieurwesen - Fachrichtung Energieingenieurwesen oder Industrie-Automatisierung
    darauf aufbauend
  • Master im entsprechenden Bereich an der Freien Universität Bozen

Elektrotechnikerin - Elektrotechniker (perita elettrotecnica e perito elettrotecnico)

  • Laurea professionalizzante (berufsbildender Bachelor - 3 Jahre) in Professione tecniche industriali e dell'informazione - L-P03
    oder 
  • Laurea (3 Jahre) in Ingegneria industriale
    Informationen zu den Studiengängen
  • in Südtirol: Bachelor (3 Jahre) in Elektro- und Informationstechnik oder Industrie- und Maschineningenieurwesen - Fachrichtung Energieingenieurwesen oder Industrie-Automatisierung an der Freien Universität Bozen


Österreich:

  • Bachelor (3 Jahre) und Master (2 Jahre) im Bereich der Elektrotechnik
    Informationen zu den Studiengängen

    Anerkennung:
    Für einen im Ausland erworbenen Studientitel muss in Italien um die Anerkennung angesucht werden, um z.B. eine Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst oder eine Eintragung ins Berufsalbum zu ermöglichen. Infos dazu bei der Studieninformation Südtirol.

Berufsausübung, Arbeitsmöglichkeiten

Eintragung in Berufskammer, -verband oder -kollegium

Voraussetzungen für die Eintragung in die Ingenieurkammer:

  • entsprechender Studientitel und 
  • Ablegung der Staatsprüfung

Voraussetzungen für die Eintragung in die Berufskammer der periti industriali:

  • Bachelor und 6 Monate Praktikum und
  • Ablegung der Staatsprüfung
    oder
  • direkte Eintragung möglich mit Abschluss der "laurea professionalizzante" 


Öffentliche Verwaltung

Landesverwaltung, Gemeinden, Unterricht.
Für eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung (ausgenommen Unterricht) braucht es den Zwei- oder Dreisprachigkeitsnachweis C1 oder entsprechende Diplome oder Zertifikate. Die Voraussetzung für eine unbefristete Aufnahme ist das Bestehen eines öffentlichen Wettbewerbes.

Privatwirtschaft

Kraftwerke, Transportwesen, Telekommunikationsgesellschaften, verschiedene Industriebereiche, wie z.B. Informations-, Medizin- und Fahrzeugtechnik, Automatisierungs- und Nanotechnologie, Luft- und Raumfahrt

Freiberufliche Tätigkeit

Voraussetzung für die freiberufliche Tätigkeit ist die Eintragung in die Berufskammer.

Kontaktadressen / Weitere Informationen

Ingenieurkammer - Bozen
Consiglio Nazionale Ingegneri (C.N.I.)
Berufskammer der periti industriali
Consiglio Nazionale dei Periti Industriali e dei Periti Industriali Laureati (CNPI)

Weitere Berufsbeschreibungen findet man unter:

Atlante del lavoro Italia
Schweizer Verband für Berufsberatung
Arbeitsmarktservice Berufslexikon Österreich
Bundesagentur für Arbeit Deutschland